Der elegante Knochen – wenn nordafrikanische Würze auf provenzalische Grillkunst trifft
Das Lammrack – das Kotelettstück mit dem langen, blank geschabten Knochen – ist eines der elegantesten Stücke, die ein Grill hervorbringen kann. Es ist zugleich rustikal und verfeinert: Der Knochen als Griff, das zartrosa Fleisch als Versprechen, die tief karamellisierte Kruste als Beweis für gute Hitze. Die Harissa-Butter, die in den letzten Grillminuten über das Fleisch geschmolzen wird, verbindet Nordafrika und Provence auf einem Teller – die nordafrikanische Schärfe und Rauchigkeit der Harissa trifft auf die buttrige Reife des Lammfetts und lässt ein Aromenbild entstehen, das sowohl wild als auch schmeichelnd ist. Wein zum Essen widmet sich diesem Grill-Showstück und zeigt, welche passende Weinbegleitung der Kombination aus zartem Lammfleisch, feuriger Chili-Kräuter-Paste und Röstaromen vom Grill gerecht wird. Das Lammrack ist ein Gericht, das Geduld belohnt: Eine kurze, heiße Grillphase, dann Ruhezeit, dann Aufschneiden – und das Ergebnis ist für sich allein eine Aussage. Wein und Speisen kombinieren gelingt hier auf einer aromatisch komplexen Ebene, denn das Lamm bringt eine typische, leicht süßliche Tierfettigkeit mit, die Harissa eine feurige, geräucherte Paprikawürze und der Grill jene dunklen, karamellisierten Röstaromen, die nach einem Wein mit echtem Charakter verlangen.
Ideale Weinbegleitung: Gigondas AOC (Rhône, Frankreich)
Am Fuß der Dentelles de Montmirail – jener zackigen Kalksteinzähne, die die Ebene der südlichen Rhône überragen – liegt Gigondas, ein Dorf mit 600 Einwohnern und einem der ausdrucksstärksten Appellations-Rotweine der ganzen Rhône. Überwiegend aus Grenache Noir, ergänzt um Syrah und Mourvèdre, ausgebaut in einer Landschaft aus Kalkstein, sandigem Lehm und rotem Eisen, entsteht hier ein Rotwein, der die Grenache auf ihre vollsten, tiefsten Möglichkeiten hin ausschöpft: üppige dunkle Frucht, eine warme, fast provenzalische Würze aus Garrigue und Lavendel, feste Tannine mit samtigem Kern und ein langer, würzig-mineralischer Abgang. Im Glas öffnet sich ein Gigondas AOC mit Aromen von reifer schwarzer Kirsche, Brombeere, Cassis, Thymian, Rosmarin, schwarzem Pfeffer, getrocknetem Fleisch und einem Hauch von Lavendel und Zedernholz – ein Aromenbild, das zur Harissa-Butter des Lammracks auf geradezu logische Weise in Resonanz tritt: Die Garrigue-Kräuterwürze des Weins antwortet auf den Rosmarin und Thymian der Harissa, die dunkle Kirschfrucht spiegelt die tiefe Röstigkeit des gegrillten Lammfetts, und der schwarze Pfeffer tritt dem Chili-Feuer der Harissa mit einer eigenen, trockenen Würze entgegen. Die Tannine des Gigondas sind präsent und strukturiert, aber von der Grenache-typischen Weichheit umhüllt – genau das richtige Gegengewicht zur zarten, fast butterigen Textur des Lammfleischs. Die Säure ist moderat, warm, südlich – wie das Gericht selbst. Ein Wein, der von derselben Hitze, demselben Kräuterduft und derselben Feierlichkeit erzählt, die ein Lammrack vom Grill an einem Sommerabend ausstrahlt.
Weitere Weinempfehlungen zu diesem Gericht
Priorat DOCa (Katalonien, Spanien)
Die schwarzen Llicorella-Schieferhänge des Priorat – trocken, steil, von einer fast archaischen Schönheit – verdichten die Rebsorten Garnacha und Cariñena zu einem Rotwein von außergewöhnlicher Mineralstärke, dunkler Fruchtkonzentration und einem Terroir-Abdruck, der unter allen iberischen Rotweinen einmalig ist. Aromen von dunklen Beeren, Graphit, Mineral, schwarzen Oliven, getrocknetem Fleisch und einem Hauch von Schokolade und Tabak bauen eine Aromatik auf, die dem Lammrack mit Harissa auf einer fast strukturellen Ebene begegnet: Kraft trifft Kraft, Würze antwortet auf Würze, Mineralität spiegelt das Fett. Die Tannine sind fest und präzise, die Konzentration enorm – dieser Wein braucht das volle Gewicht des gegrillten Lammracks, um seine volle Wirkung zu entfalten. Für Liebhaber intensiver, erdiger Rotweine ist ein Priorat DOCa die wildeste, eindrücklichste Wahl auf dieser Liste.
Châteauneuf-du-Pape AOC (Rhône, Frankreich)
Die berühmten großen runden Kieselsteine – die Galets roulés – des Châteauneuf-du-Pape speichern die Tageswärme und geben sie nachts an die Reben zurück: ein natürliches Heizsystem, das die Grenache zu einer Reife und Körperfülle bringt, die unter Südrhône-Weinen unerreicht ist. Aromen von roten und schwarzen Kirschen, Feige, Datteln, Lavendel, Garrigue, Leder, Tabak und einer charakteristischen Würze, die man nur im Châteauneuf-du-Pape findet, bauen ein opulentes Aromenbild auf. Das Fett des Lammfleischs findet in diesem Wein seinen üppigsten Begleiter: Die Fruchttiefe, die Körperfülle und die Garrigue-Würze des Châteauneuf-du-Pape AOC formen mit der Harissa-Butter eine mediterrane Einheit, die festlicher kaum sein könnte. Für alle, die beim Lammrack an Fête und Fülle denken, ist dies die königlichste Wahl.
Pinotage WO Stellenbosch (Western Cape, Südafrika)
Die alten Granit- und Schiefer-Böden rund um Stellenbosch formen den Pinotage – die südafrikanische Kreuzung aus Pinot Noir und Cinsault – zu einem Rotwein von einzigartiger Persönlichkeit: rauchig, würzig, mit einer charakteristischen Mischung aus dunkler Pflaume, Brombeere, Kaffee, Schokolade und einer tierisch-ledrigen Note, die ihn für Lamm mit rauchig-feuriger Würze besonders gut positioniert. Die Rauchnote des Pinotage WO Stellenbosch – jene typische, fast kaffeeartige Röstwürze – tritt in einen faszinierenden Dialog mit den gerösteten Paprikas und Chilis der Harissa, und die dunkle Fruchttiefe spiegelt das karamellisierte Lammfett. Die Tannine sind präsent, aber warm – südafrikanische Sonne steckt in jedem Schluck. Ein Wein, der die Grillküche versteht.
Ribera del Duero DO (Kastilien-León, Spanien)
Die kargen Hochplateaus der kastilischen Meseta auf über 800 Metern Höhe geben dem Tempranillo im Ribera del Duero seine charakteristische Spannung zwischen vollreifer Frucht und frischer Säure – ein Rotwein von ernsthafter Struktur, der Lammgerichten mit kräftiger Würze auf Augenhöhe begegnet. Aromen von dunkler Kirsche, Brombeere, Zedernholz, Vanille, Leder und Tabak bauen ein tiefes, strukturiertes Aromenbild auf. Die ausgeprägte Säure des Ribera del Duero DO schneidet durch das Fett des Lammfleischs und hält den Gaumen belebt, die Tannine greifen die Textur des Fleischs auf und machen sie geschmeidig. Die Zedernholz- und Ledernoten des Weins spiegeln die trockenen Kräuteraromen der Harissa auf eine eher iberisch-trockene Art – eine elegante Alternative für alle, die weniger Fruchtsüße und mehr Strukturkraft bevorzugen.
Primitivo DOC Manduria (Apulien, Italien)
Die roten Terrafusca-Böden Apuliens rund um Manduria formen den Primitivo – den genetischen Zwilling des Zinfandel – zu einem Rotwein von beinahe tropischer Fruchtkonzentration, tiefer Würze und einer samtig-warmen Tanninstruktur, die für feuriges Lammfleisch eine natürliche Heimat bietet. Intensive Aromen von Feige, Pflaume, Brombeere, dunkler Schokolade, Tabak, Lakritze und einem Hauch von getrocknetem Fleisch bauen eine opulente Aromatik auf, die die Harissa-Schärfe mit Fruchttiefe einbettet und bändigt. Die Süße der reifen Frucht temperiert das Chili-Feuer der Harissa auf eine schmeichelhafte Art, und die samtige Textur schmiegt sich an das zarte Lammfleisch. Ein Primitivo DOC Manduria ist der zugänglichste, fruchtsüßeste Begleiter auf dieser Liste – und der, bei dem der erste Schluck am direktesten begeistert.
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Das Rezept:

Lammrack vom Grill mit Harissa-Butter – Feuer trifft Würze
Kochutensilien
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1 Grill (Holzkohle bevorzugt) oder Gusseisenpfanne
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1 Grillzange (kein Messer zum Wenden)
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1 Fleischthermometer
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1 Kleines Schälchen für die Harissa-Butter
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1 Scharfes Tranchiermesser
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Alufolie zum Ruhen
Zutaten
FÜR DAS LAMMRACK:
- 1 Lammrack 8 Koteletts, ca. 700–800 g, pariert und Knochen blank geschabt (Frenched)
- 2 EL Olivenöl
- 1 TL grobes Meersalz
- 1 TL schwarzer Pfeffer frisch gemahlen
- 3 Knoblauchzehen angedrückt (mit Schale)
- 4 Zweige frischer Rosmarin
- 3 Zweige frischer Thymian
FÜR DIE HARISSA-BUTTER:
- 100 g weiche Butter
- 2 TL Harissa-Paste je nach Schärfewunsch mehr oder weniger
- 1 TL Zitronensaft
- 1 TL frische Petersilie fein gehackt
- ½ TL geräuchertes Paprikapulver
- ½ TL Kreuzkümmel frisch gemahlen
- ¼ TL Fleur de Sel
Zubereitung
VORBEREITUNG:
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Lammrack 1 Stunde vor dem Grillen aus dem Kühlschrank nehmen.
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Fleisch trocken tupfen, mit Olivenöl einreiben, mit Meersalz und schwarzem Pfeffer würzen.
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Für die Harissa-Butter alle Zutaten mit einer Gabel zu einer glatten Masse verrühren.
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Auf Frischhaltefolie zu einer Rolle formen, kalt stellen.
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Grill auf höchste Hitze vorheizen – zwei Hitzezonen einrichten.
KOCHSCHRITTE:
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Lammrack mit der Fleischseite nach unten auf der direkten Grillzone platzieren.
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3–4 Minuten ohne Wenden angrillen, bis tiefe Röststreifen sichtbar sind.
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Wenden und Knochenseite 2–3 Minuten grillen.
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Knoblauch, Rosmarin und Thymian direkt aufs Fleisch legen.
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Auf die indirekte Zone wechseln, Deckel schließen.
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Bis zur gewünschten Kerntemperatur weitergar:
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Rosé (medium rare): 55–57 °C
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Medium: 60–62 °C
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In den letzten 2 Minuten eine Scheibe Harissa-Butter auf das Rack legen und schmelzen lassen.
ANRICHTEN:
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Lammrack in Alufolie locker einwickeln, 8–10 Minuten ruhen lassen.
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Zwischen den Knochen in einzelne Koteletts oder Zweierpaare schneiden.
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Auf einem Servierbrett oder Teller anrichten, Knochen nach oben zeigend.
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Restliche Harissa-Butter in einem kleinen Schälchen dazu reichen.
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Fleur de Sel und frischen Thymian darüberstreuen.
BEILAGEN:
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Couscous mit getrockneten Aprikosen und Pistazienstückchen
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Grillierter Zucchini mit Minze und Joghurt
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Fladenbrot vom Grill

