Ein edler Fleischklassiker mit pikanter Tiefe und samtiger Begleitung
Der perfekte Wein zum Essen ist das entscheidende Element, um ein Gericht wie diese zarten Rinderfiletstreifen mit Pfeffersauce und Selleriepüree vollendet in Szene zu setzen. Eine gelungene Kombination von Wein und Speisen erfordert ein tiefes Verständnis für die Balance zwischen der Schärfe des Pfeffers und der Cremigkeit der Beilage. Das Rinderfilet wird in diesem Rezept nur kurz und scharf angebraten, damit es im Inneren saftig und rosa bleibt, während die Sauce durch die Zugabe von grünem Pfeffer und Cognac eine komplexe, würzige Note erhält. Das Selleriepüree bildet mit seiner erdigen Süße und der butterweichen Konsistenz den idealen Ruhepol zu den intensiven Fleischaromen. Es ist ein Gericht, das durch die Qualität seiner Grundzutaten besticht und sowohl in der gehobenen Gastronomie als auch in der ambitionierten Heimküche einen festen Platz verdient hat. Die Zubereitung verlangt Präzision bei der Hitzeeinwirkung, um die Fasern des Filets nicht zu strapazieren, während die Sauce langsam reduziert wird, um ihre volle aromatische Dichte zu entfalten. Nur durch das Zusammenspiel von Textur und Würze entsteht ein kulinarisches Gesamtkunstwerk, das nach einer ebenso charakterstarken Begleitung im Glas verlangt, um die Geschmacksknospen vollständig zu umschmeicheln.
Ideale Weinbegleitung: Rioja Reserva DOCa (Rioja, Spanien)
Eine Rioja DOCa Reserva ist der Inbegriff spanischer Weinbaukunst und passt durch ihre markante Struktur hervorragend zu den Rinderfiletstreifen. Dieser Wein reift mindestens drei Jahre, davon mindestens eines im Eichenfass, was ihm komplexe Aromen von reifen Kirschen, Vanille, Leder und feinen Tabaknoten verleiht. Diese tertiären Aromen harmonieren meisterhaft mit den Röststoffen des kurzgebratenen Fleisches und der erdigen Note des Selleriepürees. Die reifen Tannine des Tempranillo-basierten Weines bieten genügend Kraft, um der Schärfe des Pfeffers Paroli zu bieten, ohne dabei aggressiv zu wirken. Gleichzeitig sorgt die gut eingebundene Säure für die nötige Frische, um die Reichhaltigkeit der Rahmsauce zu balancieren. Das Zusammenspiel zwischen der würzigen Barriquenote des Rioja und dem grünen Pfeffer erzeugt eine spannende geschmackliche Dynamik, die jeden Bissen begleitet und in einem langen, eleganten Abgang gipfelt. Es ist eine Partnerschaft auf Augenhöhe, bei der die Tiefe des Weines die Fleischqualität unterstreicht und das Gericht in eine neue aromatische Dimension hebt. Die Wärme des spanischen Klimas spiegelt sich in der Kraft des Weines wider, was hervorragend zum gehaltvollen Charakter dieses Hauptgerichts passt.
Weitere Weinempfehlungen zu diesem Gericht
Hermitage AOC (Rhône, Frankreich)
Ein Syrah aus der prestigeträchtigen Appellation Hermitage an der nördlichen Rhône ist wie geschaffen für die Begleitung von Pfeffersaucen. Die für diese Region typischen Aromen von schwarzem Pfeffer, Oliven, Veilchen und dunklen Waldbeeren greifen die würzigen Komponenten der Sauce direkt auf und verstärken diese auf elegante Weise. Ein Hermitage besitzt eine beeindruckende Dichte und kräftige Gerbstoffe, die durch das Fett der Rahmsauce und des Filets perfekt abgemildert werden. Die tiefgründige Mineralität und der langanhaltende Nachhall sorgen dafür, dass der Wein neben dem kräftigen Fleisch stets präsent bleibt. Am Gaumen zeigt er eine maskuline Eleganz, die das Gericht veredelt und die rauchigen Nuancen des Selleriepürees unterstützt. Jedes Glas erzählt von den steilen Schieferhängen der Rhône und bietet eine Komplexität, die Kenner und Genießer gleichermaßen fasziniert. Diese Kombination ist ein Paradebeispiel für eine Synergie, bei der sich die Pfeffernoten in Speise und Wein gegenseitig beflügeln und ein harmonisches Gesamtbild erzeugen, das noch lange am Gaumen nachklingt und die Intensität des Pfeffers elegant einbettet.
Brunello di Montalcino DOCG (Toskana, Italien)
Der Brunello di Montalcino gehört zu den edelsten Rotweinen Italiens und bietet mit seiner Basis aus der Sangiovese-Grosso-Traube eine faszinierende Begleitung zum Rinderfilet. Seine Aromen von getrockneten Kräutern, dunklen Kirschen, Teer und mediterraner Macchia ergänzen die würzigen Rinderfiletstreifen hervorragend. Die markante Säurestruktur des Brunello schneidet förmlich durch die Cremigkeit des Pürees und erfrischt den Gaumen nach jedem Bissen. Durch die lange Lagerung in großen Holzfässern entwickeln sich seidige Tannine, die den Schmelz des Fleisches unterstützen, anstatt ihn zu dominieren. Besonders die würzigen Untertöne des Weines finden in der Pfeffersauce einen passenden Gegenspieler, was zu einem abwechslungsreichen Geschmackserlebnis führt. Ein Brunello bringt eine aristokratische Ruhe in das Gericht und unterstreicht den gehobenen Charakter der Fleischspeise durch seine klare Struktur. Die Tiefe und Wärme des toskanischen Terroirs spiegelt sich in der Dichte des Weines wider und sorgt für ein langanhaltendes Finale, das perfekt mit den Röstaromen des Filets korrespondiert und eine wunderbare Brücke zwischen Fleisch und Beilage schlägt.
Spätburgunder Pfalz QbA (Pfalz, Deutschland)
Ein kraftvoller, im Barrique ausgebauter Spätburgunder aus der Pfalz zeigt eindrucksvoll, wie deutsche Rotweine mit internationaler Spitzenküche harmonieren können. Mit seinen feinen Aromen von roten Beeren, Wildkirsche und einer dezenten rauchigen Note bietet er einen etwas feineren Zugang zu den Rinderfiletstreifen. Die samtige Textur des Pinots umschließt das zarte Fleisch, während die feine Würze des Eichenholzes die Pfeffersauce aufgreift. Da ein Spätburgunder oft etwas weniger wuchtige Tannine als ein Rioja besitzt, lässt er dem Eigengeschmack des Selleriepürees mehr Raum zur Entfaltung. Die lebendige Säure des kühleren Klimas sorgt für eine wunderbare Balance und verhindert, dass die Sahne in der Sauce zu schwerfällig wirkt. Es ist eine Kombination für Genießer, die Eleganz und Finesse über schiere Kraft stellen und die feinen Nuancen des Filets betonen möchten. Die pfälzische Interpretation dieser Rebsorte bringt eine Klarheit und Brillanz mit sich, die den Teller zum Strahlen bringt und das kulinarische Erlebnis auf eine sehr präzise Weise abrundet, ohne dabei die Intensität der Sauce zu vernachlässigen.
Cabernet Sauvignon Stellenbosch WO (Coastal Region, Südafrika)
Aus der Region Stellenbosch stammen einige der besten Cabernet Sauvignons der südlichen Hemisphäre, die durch ihre kraftvolle Struktur und klassische Cassis-Aromatik bestechen. Dieser Wein bringt oft eine feine Note von Graphit und Zedernholz mit, die perfekt zu den herben und würzigen Aspekten der Pfeffersauce passt. Die festen Tannine verlangen nach einem proteinreichen Partner wie dem Rinderfilet, um ihre volle Weichheit zu offenbaren. Am Gaumen zeigt sich eine dichte Beerenfrucht, die einen spannenden Kontrast zur erdigen Note des Selleriepürees bildet. Südafrikas Weine kombinieren oft die Eleganz der alten Welt mit der Fruchtintensität der neuen Welt, was in diesem Pairing für eine beeindruckende Dynamik sorgt. Die Kraft des Weines hält der Intensität der Reduktion mühelos stand und sorgt für ein kraftvolles, wärmendes Gefühl im Abgang. Es ist eine mutige und moderne Wahl, die den Charakter der Rinderstreifen betont und durch ihre Komplexität besticht, wobei die würzigen Nuancen des Terroirs die Schärfe des grünen Pfeffers auf eine sehr angenehme Art und Weise auffangen.
Mendoza Malbec (Mendoza, Argentinien)
Ein Malbec aus den Hochlagen von Mendoza ist der geborene Begleiter für Rindfleisch in jeglicher Form. Mit seiner tiefdunklen Farbe und den Aromen von Brombeeren, Pflaumen und dunkler Schokolade bietet er einen opulenten Rahmen für die Rinderfiletstreifen. Die für Malbec typischen weichen, fast schon süßlichen Tannine schmiegen sich hervorragend an das zarte Filet an und harmonieren wunderbar mit der buttrigen Textur des Selleriepürees. Die würzige Sauce profitiert von der Fülle des Weines, der die Schärfe des Pfeffers sanft abfedert. Durch den Ausbau in meist amerikanischer oder französischer Eiche erhält der Wein zudem Noten von Kakao und Vanille, die das Aroma des Fleisches veredeln. Ein Mendoza Malbec strahlt pure Lebensfreude aus und bringt eine Wärme in das Pairing, die besonders an gemütlichen Abenden sehr geschätzt wird. Diese Kombination ist ein Klassiker der Fleischbegleitung und zeigt, warum argentinische Weine weltweit für ihre Affinität zu hochwertigem Rindfleisch berühmt sind, da sie die Kraft des Pfeffers in eine samtige Hülle aus Frucht und Schmelz kleiden.
Das Rezept:

Rinderfiletstreifen mit Pfeffersauce & Selleriepüree
Kochutensilien
- 1 Große Pfanne (idealerweise Gusseisen)
- 1 Mittlerer Kochtopf
- 1 Stabmixer oder Kartoffelpresse
- Scharfes Fleischmesser
- 1 Schneebesen
Zutaten
Für das Rinderfilet & die Sauce
- 350 g Rinderfilet in Streifen geschnitten
- 1 EL Butterschmalz zum Braten
- 1 Schalotte fein gewürfelt
- 1 EL grüner Pfeffer aus der Lake
- 50 ml Cognac oder Weinbrand
- 150 ml Rinderfond
- 100 ml Sahne
- Salz und Pfeffer aus der Mühle
Für das Selleriepüree
- 400 g Knollensellerie geschält und gewürfelt
- 100 g mehligkochende Kartoffeln geschält und gewürfelt
- 50 ml Sahne
- 30 g Butter
- Eine Prise frisch geriebene Muskatnuss
- Salz
Zubereitung
Püree vorbereiten
- Sellerie- und Kartoffelwürfel in gesalzenem Wasser ca. 15-20 Minuten weich kochen. Das Wasser abgießen und das Gemüse kurz ausdampfen lassen. Mit Sahne und Butter fein zerstampfen oder mit dem Stabmixer zu einem cremigen Püree verarbeiten. Mit Salz und Muskatnuss abschmecken und warm halten.
Fleisch anbraten
- Die Rinderfiletstreifen mit Küchenpapier trocken tupfen. Butterschmalz in einer Pfanne sehr heiß werden lassen. Das Fleisch darin portionsweise ca. 1-2 Minuten scharf anbraten, bis es Farbe annimmt, aber innen noch rosa ist. Aus der Pfanne nehmen, leicht salzen und in Alufolie ruhen lassen.
Pfeffersauce zubereiten
- Die Schalottenwürfel im Bratensatz glasig dünsten. Die grünen Pfefferkörner hinzufügen und kurz mitbraten. Mit Cognac ablöschen (Vorsicht: Flammenbildung möglich) und fast vollständig einkochen lassen. Mit Rinderfond auffüllen und auf die Hälfte reduzieren. Sahne einrühren und einköcheln, bis die Sauce die gewünschte Bindung hat.
Finish
- Die Rinderfiletstreifen mitsamt dem ausgetretenen Fleischsaft zurück in die Sauce geben und nur kurz darin erwärmen (nicht mehr kochen lassen). Auf dem Selleriepüree anrichten und sofort servieren.
Empfohlene Beilagen
- Blanchierte Prinzessbohnen mit Speck
- Glasierte Honig-Möhren
- Ein kleiner Feldsalat mit Walnuss-Dressing

