Ostergebäck mit Tiefgang: Der Gugelhupf, der Weinkenner überrascht
Die passende Weinbegleitung zu einem Gugelhupf – das klingt zunächst ungewohnt, ist aber eine der schönsten Entdeckungen rund um Wein und Speisen kombinieren. Dieser Eierlikör-Gugelhupf vereint saftig-weiche Kuchentextur mit der samtigen Süße des Likörs, einem Guss aus weißer Schokolade und dem leichten Biss gehackter Pistazien. Er duftet nach Vanille, Butterkaramell und zart nach Mandel – und macht damit neugierig auf einen Wein, der genau auf dieser Geschmacksebene mitspielt. Ob als Ostergebäck auf dem Brunchbuffet, als Kuchenstück am Nachmittag oder als festlicher Abschluss eines Frühlingsdinners: Dieser Gugelhupf ist der Mittelpunkt jedes Tisches. Und mit dem richtigen Glas Wein daneben wird er zum echten Erlebnis.
Ideale Weinbegleitung: Vin Santo del Chianti DOC (Toskana, Italien)
Tief bernsteinfarben, von einer konzentrierten Süße und gleichzeitig einer Säure, die alles in Balance hält – dieser toskanische Strohwein wird aus angetrockneten Trebbiano- und Malvasia-Trauben gewonnen, die monatelang in kleinen Holzfässern (Caratelli) reifen. Das Ergebnis ist ein Wein von faszinierender Komplexität: Nüsse, getrocknete Feige, Orangenzeste, Honig und eine dezente Rauchnote fügen sich zu einem Aromengeflecht, das zur Tiefe des Eierlikörs und zur Cremigkeit des weißen Schokoladengusses eine außerordentliche Brücke schlägt. Die Textur am Gaumen ist ölig-samtig, die Süße nie aufdringlich – dafür sorgt die natürliche Säure der Trauben. Ein Schluck Vin Santo neben einem Stück dieses Gugelhupfs löst das typische „jetzt noch ein Stückchen”-Phänomen aus: Man will immer wieder hin und her wechseln, weil jede Kombination ein neues Aroma freilegt.
Weitere Weinempfehlungen zu diesem Gericht
Oloroso Sherry DO Jerez-Xérès-Sherry (Andalusien, Spanien)
Reich, nussig und von einer tiefbraunen Bernsteinfarbe, die schon optisch Tiefe verspricht: Der Oloroso aus der Solera-Reifung in Jerez bringt Walnuss, Karamell, dunkle Rosine und eine würzige Tabak-Note mit. Als Cream Sherry – also mit Restsüße durch Zugabe von Pedro Ximénez – entsteht genau jene samtliche Süße, die zum weißen Schokoladenguss des Gugelhupfs passt wie der Deckel auf den Topf. Die oxydative Reifung im amerikanischen Eichenholz gibt dem Wein eine Komplexität, die kein junger Süßwein erreichen kann. Leicht gekühlt serviert (12–14 °C) entfaltet er sein volles Potenzial – und gibt dem Nachmittagskaffee die festliche Note, die dieser Gugelhupf verdient.
Riesling Rheinhessen Beerenauslese (Rheinhessen, Deutschland)
Goldgelb leuchtend und mit einer Süße, die dennoch niemals klebrig wirkt: Die Beerenauslese aus Rheinhessen entsteht aus einzeln ausgelesenen, überreifen oder edelfaulen Beeren und erreicht eine Konzentration, die selbst erfahrene Weinkenner staunen lässt. Die Aromen kreisen um Aprikosenmarmelade, Honigwabe, Mirabelle und eine feine mineralische Würze. Am Gaumen zieht ein langer, weicher Nachhall – die Süße wird von einer präzisen Säure getragen, die das Glas stets frisch hält. Zum Eierlikör-Gugelhupf schafft diese Beerenauslese eine geschmeichelnde Spiegelung: Likörsüße trifft Weinkonzentrat, weiße Schokolade trifft Aprikosenmarmelade, Pistazie trifft Mineralik.
Samos Muscat AOC (Samos, Griechenland)
Von der griechischen Insel Samos, hoch über dem Ägäischen Meer: Der Muscat de Samos ist ein Likörwein aus der Muscat Blanc à Petits Grains-Traube, der durch Zugabe von Weinbrand aufgespritet wird und so Restsüße und Haltbarkeit gewinnt. Das Aroma ist üppig und unmittelbar: Rosenblüte, frischer Moscato, Aprikose und Honig strömen aus dem Glas. Am Gaumen zeigt er sich cremig und warm, mit einer langen Finesse. Zum Gugelhupf mit Eierlikör bildet er eine Harmonie der Süße auf verschiedenen Ebenen: Die Blütennoten des Muscats stehen im Dialog mit dem Vanilleparfum des Kuchens, während die Pistazienbitter eine willkommene Gegenspannung erzeugen.
Pedro Ximénez DO Montilla-Moriles (Montilla-Moriles, Spanien)
Pechschwarz, sirupartig und von einer Süße, die mythische Ausmaße annimmt: Der PX aus Montilla-Moriles, dem Stammgebiet dieser Traubensorte, ist einer der konzentriertesten Naturweine der Welt. Getrocknete Feige, schwarze Rosine, Schokolade, Kaffee und Karamell schichten sich übereinander. Pur genießt man ihn in kleinen Mengen – zum Gugelhupf aber entfaltet er seine wahre Stärke: Der weiße Schokoladenguss und die Pistazien halten der Süße stand, der Eierlikör im Teig ergänzt die Karamellnoten, und das Ganze entwickelt sich zu einem Finaldessert-Erlebnis, das die Tafel festlich abschließt. Ein paar Tropfen über das Kuchenstück – auch das ist erlaubt und wird nicht vergessen.
Muscat de Beames-de-Venise AOC (Südliche Rhône, Frankreich)
Goldgelb und von zarter Perlage, die sich nach dem Einschenken sofort legt: Dieser Vin Doux Naturel aus der südlichen Rhône entsteht aus der Muscat Blanc à Petits Grains-Traube und wird durch Aufspritung stabilisiert. Das Aromenbild ist fruchtig-blumig: Orangenzeste, frischer Pfirsich, weiße Blüten und ein Hauch Honig. Am Gaumen präsentiert er sich schlanker als ein PX, mit einer Frische, die dem Gebäck Leichtigkeit verleiht. Zum Eierlikör-Gugelhupf mit Pistazien bietet er die frühlingshaft-leichtere Alternative: Wer nicht in die ganz großen Süßweintiefen möchte, findet hier einen eleganten Begleiter, der die Festlichkeit des Kuchens unterstreicht, ohne ihn zu überwältigen.
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Das Rezept:

Eierlikör-Gugelhupf mit weißem Schokoladenguss und Pistazien
Kochutensilien
- 1 Gugelhupfform (22–24 cm)
- 1 Rührschüssel großHandmixer oder Küchenmaschine
- 1 Backpinsel (zum Einfetten der Form)
- 1 Topf für das Wasserbad (Schokoladenguss)
- 1 Kuchengitter
- 1 Messbecher
- 1 Küchenwaage
Zutaten
- 200 g weiche Butter
- 180 g Zucker
- 4 Eier Größe M
- 150 ml Eierlikör
- 250 g Mehl Type 405
- 2 TL Backpulver
- 1 Prise Salz
- 1 TL Vanilleextrakt
- 150 g weiße Schokolade für den Guss
- 2 EL Sahne für den Guss
- 40 g Pistazien gehackt (ungesalzen)
- Butter und Semmelbrösel für die Form
Zubereitung
VORBEREITUNG:
- Backofen auf 175 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
- Gugelhupfform gründlich mit weicher Butter einpinseln.
- Form gleichmäßig mit Semmelbröseln ausstreuen und überschüssige Brösel abklopfen.
- Mehl mit Backpulver und Salz in einer Schüssel vermischen und beiseite stellen.
- Pistazien grob hacken und beiseite legen.
KOCHSCHRITTE (TEIG):
- Weiche Butter und Zucker in der Rührschüssel hell und cremig aufschlagen (ca. 5 Minuten).
- Eier einzeln unterrühren – jedes Ei vollständig einarbeiten, bevor das nächste kommt.
- Vanilleextrakt zugeben und kurz verrühren.
- Eierlikör abmessen und bereit stellen.
- Mehlmischung und Eierlikör abwechselnd in drei Portionen unterheben.
- Den Teig nur so lange rühren, bis alles gerade verbunden ist – nicht übermixen.
- Teig in die vorbereitete Gugelhupfform füllen und glatt streichen.
BACKEN:
- Form auf mittlerer Schiene in den vorgeheizten Ofen schieben.
- Ca. 45–50 Minuten backen.
- Stäbchenprobe machen: ein Holzstäbchen in die Mitte stecken – bleibt es trocken, ist der Kuchen fertig.
- Form aus dem Ofen nehmen und 10 Minuten auf einem Gitter abkühlen lassen.
- Gugelhupf vorsichtig aus der Form stürzen und vollständig auskühlen lassen.
- GLASUR:
- Weiße Schokolade grob hacken.
- Mit der Sahne in einer Schüssel über dem Wasserbad schmelzen und glatt rühren.
- Leicht abkühlen lassen, bis die Glasur leicht stockt (nicht zu dünn, nicht zu fest).
- Glasur gleichmäßig über den ausgekühlten Gugelhupf gießen.
ANRICHTEN:
- Gehackte Pistazien sofort über den noch weichen Guss streuen.
- Glasur vollständig fest werden lassen (ca. 20 Minuten).
- Gugelhupf auf einer Servierplatte anrichten.
- Mit frischen Erdbeeren und einem Tupfen Sahne servieren.
BEILAGEN:
- Frische Erdbeeren mit Puderzucker
- Leicht geschlagene Sahne mit Vanille
- Espresso oder Cappuccino

