Ein südafrikanisches Dessert-Highlight
Wenn man den perfekten Wein zum Essen für ein Dessert sucht, landet man oft bei klassischen Kombinationen. Die Kunst von Wein und Speisen zeigt sich jedoch besonders bei Spezialitäten wie den südafrikanischen Koeksisters. Diese kleinen, frittierten Teigzöpfe sind ein echtes Kulturgut und bestechen durch ihre einzigartige Textur. Der Clou ist das Eintauchen des heißen Gebäcks in eiskalten Zuckersirup, der mit Zitrone und Ingwer aromatisiert ist. Dadurch werden sie außen knusprig und innen herrlich saftig-süß. Jedes Mal, wenn man hineinbeißt, tritt ein wenig Sirup aus, was dieses Gebäck so unwiderstehlich macht. Koeksisters sind mehr als nur eine Süßspeise; sie sind ein Erlebnis für die Sinne und verlangen nach einem Begleiter, der die extreme Süße ausbalanciert. Ob zum Nachmittagstee oder als krönender Abschluss eines Kap-Menüs, diese Zöpfe bringen pure Lebensfreude auf den Tisch. Die Vorbereitung des Sirups am Vortag ist dabei essenziell für das Gelingen dieses wunderbaren Rezepts, da nur der Temperaturunterschied für die richtige Saugkraft sorgt.
Ideale Weinbegleitung: MCC Rosé (Western Cape, Südafrika)
Ein Méthode Cap Classique (MCC) Rosé aus dem Western Cape ist der ideale Partner, um die intensive Süße der Koeksisters aufzufangen. Dieser nach der traditionellen Flaschengärung hergestellte Schaumwein bietet eine feine Perlage, die den Gaumen nach der öligen Reichhaltigkeit des Frittierten sofort erfrischt. Die Aromen von roten Beeren wie Himbeeren und Erdbeeren im Rosé harmonieren wunderbar mit der feinen Ingwer- und Zitronennote des Sirups. Die lebendige Säure des MCC schneidet förmlich durch den hohen Zuckergehalt und sorgt dafür, dass die Kombination niemals klebrig oder beschwerend wirkt. Durch die Hefelagerung bringt der Schaumwein zudem briocheartige Noten mit, die den Teiggeschmack der Zöpfe hervorragend ergänzen. Es entsteht ein spannendes Wechselspiel zwischen der Knusprigkeit des Gebäcks und dem Prickeln des Weins. Dieses Pairing hebt das Dessert auf eine elegante Ebene und macht es zu einem festlichen Genuss. Die feine Fruchtigkeit des Rosés verleiht dem süßen Gebäck eine zusätzliche Dimension, die den Gaumen belebt und das gesamte Geschmackserlebnis abrundet, ohne dabei die südafrikanische Identität des Ensembles zu verlieren.
Weitere Weinempfehlungen zu diesem Gericht
Moscato d’Asti DOCG (Piemont, Italien)
Dieser leicht perlierende Süßwein aus Italien ist wie gemacht für hochkonzentrierte Desserts wie Koeksisters. Mit seinem moderaten Alkoholgehalt und der ausgeprägten Aromatik von Muskattrauben, Pfirsichen und Holunderblüten bildet er eine duftige Brücke zum Ingweraroma des Sirups. Die natürliche Süße des Weins steht nicht in Konkurrenz zum Gebäck, sondern ergänzt es durch eine fruchtige Leichtigkeit. Besonders die feine Kohlensäure sorgt dafür, dass der Mundraum nach jedem Bissen wieder belebt wird, was den Genuss verlängert. Die frische Säure des Moscato d’Asti verhindert, dass die Kombination zu mächtig wirkt, und bringt eine tänzerische Eleganz in das Pairing. Es ist eine sehr harmonische Wahl, die die verspielte Seite des südafrikanischen Klassikers betont und für einen fröhlichen Ausklang sorgt.
Beerenauslese Leithaberg DAC (Neusiedlersee, Österreich)
Eine Beerenauslese aus der Region rund um den Neusiedlersee bringt die nötige Extraktkonzentration mit, um gegen die Wucht der Koeksisters zu bestehen. Die durch Edelfäule geprägten Aromen von Honig, getrockneten Aprikosen und exotischen Früchten passen exzellent zum tiefen Sirupgeschmack des Gebäcks. Trotz der hohen Süße besitzt dieser Wein eine vibrierende Säurestruktur, die für die nötige Balance sorgt und den Gaumen nicht ermüden lässt. Das viskose Mundgefühl des Weins spiegelt die sämige Textur des Sirupkerns wider und schafft so eine strukturelle Einheit. Die feinen Botrytis-Noten verleihen dem Dessert eine zusätzliche Komplexität und Tiefe, die über die reine Süße hinausgeht. Ein Pairing für wahre Genießer, die intensive Geschmackswelten schätzen und die Verbindung von Textur und Süße suchen.
Tokaji Aszú 5 Puttonyos (Tokaj, Ungarn)
Dieser legendäre ungarische Süßwein ist bekannt für seine unglaubliche Balance aus extremer Süße und einer messerscharfen Säure. Diese Säure ist entscheidend, um die ölige Textur der frittierten Teigzöpfe aufzubrechen und den Zuckergehalt zu bändigen. Die Aromen von Orangenschale, Quitte und würzigem Honig im Tokaji finden eine direkte Entsprechung in den Zitrusnoten des Koeksister-Sirups. Die mineralische Ader, die viele Weine aus dieser vulkanischen Region besitzen, verleiht dem Pairing eine aristokratische Note und verhindert jegliche Schwere. Jedes Glas erzählt von der langen Tradition der Region und veredelt die handwerklich hergestellten Zöpfe zu einem königlichen Dessert. Es ist eine kraftvolle und zugleich hochfeine Kombination, die im Gedächtnis bleibt und die handwerkliche Kunst beider Komponenten feiert.
Mosel Riesling Auslese (Mosel, Deutschland)
Eine Riesling Auslese von der Mosel besticht durch ihre unnachahmliche Kombination aus Schiefermineralität, kühler Frucht und verspielter Restsüße. Die Aromen von weißem Pfirsich und Limette harmonieren hervorragend mit dem Zitronenabrieb im Teig der Koeksisters. Da Riesling eine der höchsten natürlichen Säurewerte besitzt, ist er der perfekte Partner, um das süße Gebäck zu begleiten, ohne dass die Kombination klebrig wirkt. Das niedrige Alkoholniveau sorgt dafür, dass der Fokus ganz auf der aromatischen Finesse liegt. Die feine Würze, die oft in gereifteren Auslesen zu finden ist, greift zudem die Ingwer-Komponente des Sirups geschickt auf. Ein sehr präzises Pairing, das die Frische in den Vordergrund stellt und zeigt, wie gut deutsche Rieslinge als Wein zum Dessert funktionieren.
Commandaria (Pitsilia-Region, Zypern)
Dieser historische Süßwein aus Zypern wird aus sonnengetrockneten Trauben gewonnen und bietet eine dichte Aromatik von Rosinen, Johannisbrot und weihnachtlichen Gewürzen. Diese dunklen, würzigen Noten bilden einen faszinierenden Kontrast zur hellen Süße der Koeksisters. Die Kraft und die oxidative Note des Weins halten der Schwere des frittierten Gebäcks problemlos stand und verleihen dem Dessert eine fast schon erdige Basis. Commandaria bringt eine Wärme mit, die besonders gut zu den herbstlichen Aspekten von Ingwer und Zimt passt, die oft in der südafrikanischen Backtradition mitschwingen. Es ist eine mutige und charakterstarke Wahl, die die Brücke zwischen mediterraner Weinbaugeschichte und südafrikanischer Lebensart schlägt und für ein sehr intensives, wärmendes Finale am Gaumen sorgt.
Das Rezept:

Koeksisters (süße Sirupzöpfe)
Kochutensilien
- 1 Großer Topf für den Sirup
- 1 Fritteuse oder tiefer Topf zum Frittieren
- 1 Schüssel für den Teig
- 1 Schaumkelle
- 1 Küchenpapier zum Abtropfen
Zutaten
Für den Sirup (am Vortag bereiten)
- 250 g weißer Zucker
- 150 ml Wasser
- 1 TL frischer Zitronensaft
- 1/2 TL gemahlener Ingwer
- 1 Zimtstange
Für den Teig
- 125 g Weizenmehl Type 405
- 1 TL Backpulver
- 1 EL kalte Butter in Flocken
- 60 ml Vollmilch
- 1 Prise Meersalz
- 500 ml Pflanzenöl zum Frittieren
Zubereitung
Sirup vorbereiten
- Zucker, Wasser, Zitronensaft, Ingwer und Zimt in einem Topf aufkochen.
- Die Hitze reduzieren und ca. 5 Minuten köcheln lassen, bis ein dicker Sirup entsteht. Den Sirup über Nacht im Kühlschrank eiskalt werden lassen.
- Das ist entscheidend für das Ergebnis.
Teig herstellen
- Mehl, Backpulver und Salz in einer Schüssel mischen.
- Die Butterflocken mit den Fingerspitzen einarbeiten, bis die Masse feinen Krümeln ähnelt.
- Die Milch nach und nach hinzufügen und zu einem glatten, elastischen Teig kneten.
- Den Teig abgedeckt 30 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen lassen.
Zöpfe formen
- Den Teig auf einer bemehlten Fläche ca. 5 mm dick ausrollen.
- In Streifen von 1 cm Breite und 6 cm Länge schneiden.
- Jeweils drei Streifen an einem Ende zusammendrücken, zu einem festen Zopf flechten und am Ende wieder gut verschließen.
Frittieren und Tränken
- Das Pflanzenöl in einem Topf auf ca. 170 Grad erhitzen.
- Die Zöpfe portionsweise goldbraun frittieren.
- Mit einer Schaumkelle direkt aus dem heißen Öl nehmen und sofort für 30-60 Sekunden in den eiskalten Sirup tauchen.
- Auf einem Kuchengitter kurz abtropfen lassen und sofort servieren oder kaltstellen.
Empfohlene Beilagen:
- Frische Erdbeeren oder Himbeeren
- Eine Kugel cremiges Vanilleeis
- Ein Klecks Sahne mit einer Prise Zimt

